5G und Robotik (Bild: Kuka Roboter)

Die Netzbetreiber haben bei der 5G-Auktion knapp 6,6 Milliarden Euro für die Frequenzen ausgegeben – die längste Auktion in der Geschichte der Behörde ist beendet. Nun gilt es, damit schnell in die Spur des Geldverdienens zu kommen.

In einer ersten Stellungnahme drängen die Industrie-Verbände VDMA, ZVEI, sowie VCI und VDA nun darauf, dass die Bundesnetzagentur jetzt schnellstmöglich die Bedingungen für die lokalen Frequenzen im Bereich von 3,7 bis 3,8 Gigahertz bekanntgibt. 

Denn noch ist relativ wenig bekannt, dass Unternehmen lokale Frequenzen bei der Bundesnetzagentur beantragen können. So können sie ihr eigenes 5G-Netz betreiben, auf dem dann die Infrastruktur auf ihrem Areal installiert ist und statt mit WLAN mit Highspeed Daten austauschen, ganz ohne Vertrag mit Mobiltelefonen kommunizieren oder auch ihre Warenströme per GPS-Tracker in Echtzeit verfolgen. 

In einem weiteren Schritt kommt nun auch die Robotik ins Spiel, die die Datenübertragung genauso problemlos übernimmt. Bisher passierte das mittels Lan-Kabel, das immer eine Risikoquelle für die dynamische Kinematik des Roboters war. Bereits auf der Hannover Messe zeigte die Kooperation von Sick und Ericsson einen kabellosen Roboter, der in Echtzeit mit einem Menschen zusammenarbeitete. Die extrem geringe Latenz (unmittelbare Datenübertragung von unter zehn Millisekunden) plus die hohe Netzstabilität sind die Hauptvorteile von 5G, denn so erkennen die Sensoren den Menschen sicher in einer dynamisch-agierenden Produktionsumgebung. Eine Basis, die für MRK-Applikationen ein vielversprechender Nucleus ist. Somit offerieren sich sowohl neue Konstellationen der Mensch-/Roboter-Kollaboration (MRK) als auch höhere Geschwindigkeiten der Cobots. 

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Audi ein werksinternes 5G-Netz für MRK errichten will. Das japanische Industrieunternehmen Shimizu demonstriert bereits, wie unabhängig Roboter in Zukunft dank 5G-Technologie agieren können. Die Roboter können eigenständig Reparaturen, Schraub- und Schweißarbeiten vor Ort vornehmen – mit einem ganz neuen Niveau an Sicherheit.

Daran kann man ablesen, dass sich viele Großunternehmen schon jetzt intensiv Gedanken über den Aufbau eines lokalen Netzes machen. Zu den ersten Interessenten gehören aber auch Unternehmen wie der Hamburger Hafen oder die Deutsche Messe AG in Hannover. Der Aufbau des Netzes auf dem größten Messegelände der Welt würde 10 bis 15 Millionen Euro kosten. Bezüglich der aufzubauenden Infrastruktur bedarf es also dringend neuer Sende- und Empfangsanlagen – ein nicht nebenher erfüllter Wunsch, bedenkt man, dass die Kosten bei etwa 200.000 Euro – je Sendemast – liegen.