Ein Blick in die Online-Landschaft zeigt die diskutierten 5G-Themen. (Bild: Screenshots; fuenf-G.de)

Die Auktion der 5G Frequenzen lief bis Mitte Juni auf Hochtouren, Anlass für Unternehmen, die betriebsinternen Vorbereitungen voranzutreiben. Während die großen Vier, Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch um die Frequenzen der neuen Mobilfunkgeneration bieten, ist die Auktion Anlass für Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten im Netz. Eine kurze Presseschau.

Die in den Auktionen um die deutschen Mobilfunklizenzen aufgerufenen Investitionssummen sind für viele Menschen kaum noch realistisch einzuordnen. Kein Wunder also, dass kritisch beäugt wird, wenn die von Experten als zumutbare Kosten von drei bis fünf Milliarden Euro laut Bundesnetzagentur schon in der 167. Auktionsrunde Mitte April überschritten worden sind. Und so gibt die t3n-Redaktion Ängste von FDP, den Grünen und der Gewerkschaft Verdi wieder, dass den Mobilfunk-Firmen schlicht weniger Geld in der Kasse bliebe und so ein Bremsklotz beim anstehenden Netzausbau entstünde. Genau das sei schon bei der UMTS-Auktion im Jahr 2000 passiert, bei der umgerechnet über 50 Milliarden Euro zusammenkamen. Bei 5G werden die Einnahmen deutlich höher als erwartet sein. Den Kritikern hält t-online entgegen, dass „der Bund mit dem Geld den Glasfaser-Ausbau auf dem Land und andere Breitband-Angebote fördern will“.

Neuheiten in der 5G-Welt

Auch wenn 5G vor allem für die Industrie und autonome Anwendungen ihre Vorteile ausspielt, dürfte ein wichtiger Treiber bei der Einführung der 5G-Technologie der Konsument spielen. Große asiatische Hersteller nehmen bereits den Verbraucher ins Visier: So zum Beispiel durch die Vorstellung des Samsung Galaxy S10 5G in Korea Anfang April oder die Ankündigung von Huawei, dass ein 5G fähiges Smartphone noch dieses Jahr auf den Markt kommen soll, das die Hälfte des allgemein erwarteten Preises kosten wird. Das wiederum setzt laut Frankfurter Allgemeinen die anderen Smartphone Anbieter aber „insbesondere Apple unter Druck“. Neben den Verbrauchern zählen auch die Länder England und Spanien seit kurzem offiziell auf das chinesische Unternehmen Huawei, wenn es um deren Technologien und Hardware geht. Ob Deutschland auch mit dem asiatischen Technologiekonzern kooperieren wird, ist aber noch unklar, so 5G-Anbieter.info

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Automobilindustrie als Vorreiter

Auch Heise beobachtet die Szene genau und hat eine Meldung mit Industriebezug veröffentlicht. Zitiert wird die Presseveröffentlichung aus Wolfsburg zum Thema, das auch schon auf der 5G Arena in Hannover diskutiert wurde: Der Automobilkonzern VW plant seine Maschinen und Anlagen durch die neue Mobilfunkgeneration miteinander zu vernetzen und bestätigte offiziell, dass sie „den Erhalt privater 5G-Funklizenzen für die industrielle Nutzung“ anstreben. VW gab an, „zunächst einen Pilotbetrieb etablieren, daraus lernen und dann lokale 5G-Netzwerke in den Fabriken installieren“ zu wollen.
Allerdings könnte VW nicht der erste Autobauer sein, der die neue Mobilfunkgeneration in der Produktion einsetzt: Ego, ein Aachener Unternehmen, hat laut dem Handelsblatt angekündigt, schon ab August auf den neuen Übertragungsstandard zu wechseln.
Damit wird 5G schon bald in dieser Produktion nicht mehr wegzudenken sein, denn auf der Daten-Überholspur können Roboter eigenständig arbeiten und gegenseitig Informationen austauschen. Auch Die Welt ist fasziniert, dass Daten mit 10.000 Megabit pro Sekunde an Maschinen und Roboter übertragen werden können und somit ein flexibler und reibungsloser Produktionsablauf unterstützt wird. 5G beschleunigt den Vorgang der Zusammenarbeit zwischen Maschine und Mensch sehr. Internet World Business gibt jedoch zu bedenken, dass eine wirklich enge Kooperation von Robotern und Arbeitern trotz 5G noch in einer ferneren Zukunft liegt.

Sorge um Gesundheit

Wie bei vergleichbaren technischen Neuerungen, löst auch das Thema 5G Diskussionen aus, die sich um gesundheitliche Aspekte drehen. Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (Bfs), Dr. Inge Paulini, gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass sie nicht davon ausgehe, das Mobilfunkfelder ein Risiko für die Gesundheit darstellen, so lange die vorgegeben Grenzwerte strikt eingehalten werden. Sie ist der Meinung: „das gilt unabhängig von der gerade aktuellen Mobilfunkgeneration. Denn viele technische Aspekte von 5G sind mit denen der bisherigen Mobilfunkstandards vergleichbar“. Dennoch lautet ihre umstrittene Aussage, dass „Studien gezeigt haben, dass die bestehenden Grenzwerte ausreichend schützen“. Anders die Behauptung der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e. V., welche ihre Bedenken gegenüber 5G ausspricht. Die Initiative ist der Meinung, dass „die 5G-Technologie unter dem starken Verdacht steht, schwerwiegendere Wirkungen zu erzeugen“, vor allem weil bisher „noch keine, aber auch gar keine Risikobewertung von 5G vorgenommen“ wurde.
Wasser auf die Mühlen der Kritiker war da, dass sich die belgische Region Brüssel dazu entschieden hatte, keine höheren Grenzwerte zuzulassen, da man „zunächst abwarten will, bis es konkrete Werte und Einschätzungen aus der Wissenschaft gibt, bevor neuen Richtlinien zugestimmt wird“ so die Zeitschrift taz. Die Umweltministerin der Region, Céline Fremault, soll in den belgischen Medien bekannt gegeben haben, die Bürger Brüssels nicht als „Versuchskaninen“ missbrauchen zu wollen, sondern die Folgen der erhöhten Strahlenmenge auf die Gesundheit der Bevölkerung, auf Tiere und Umwelt zu erforschen und in Europa einheitliche Grenzwerte festzulegen um einen Wettbewerb zu verhindern.

So zeigt schon ein kurzer Blick in die unterschiedlichen Online-Veröffentlichungen die große Bandbreite der Themen rund um den neuen Mobilfunkstandard. Und das dürfte erst der Anfang sein, bedenkt man, dass Themen wie Campus-Netze, autonomes Fahren und gänzlich neue Geschäftsmodelle aufgrund des 5G-Leistungsumfangs noch in den Kinderschuhen stecken.