Der Coronavirus hat auch die weltweit größte Industrieschau angesteckt: Die Hannover Messe wird auf Juli verschoben. (Bild: Deutsche Messe AG)

Mit dem Motto “Besser spät als gar nicht!” verkündet die Deutsche Messe AG früher als geplant, wie sie angesichts der Krankheit Covid 19 mit der für April geplanten Hannover Messe umgehen will: Sie wird geschoben und zwar auf den 13. bis 17. Juli 2020. Damit findet auch die 5G Arena mit dem begleitenden 5G Forum erst im Sommer statt.

Die Fragen von Ausstellern, Referenten und Besuchern hatten sich in den letzten Tagen bereits gehäuft. Zwar hieß es noch Ende Februar, dass bis zur Kalenderwoche 12 auf eine Entscheidung gewartet werden müsse, nach vielen Gesprächen wurde jetzt aber früher Nägel mit Köpfen gemacht. Das Gesundheitsamt der Region Hannover hatte den Verantwortlichen dringend empfohlen, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts zu beachten. Diese beinhalten umfassende Maßnahmen zur Gesundheitssicherung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen. Dazu gehören Fiebermessstationen an allen Eingängen, sowie die Umsetzung der Maßnahme, keine Teilnehmer aus Risikogebieten zuzulassen und Teilnehmern, die Kontakt zu Personen aus Risikogebieten hatten, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verweigern. Dies hätte eine umfangreiche Überprüfung aller Messeteilnehmer zur Folge – von Aussteller über Besucher bis hin zu Dienstleistern, Standbauern und Catering-Firmen – für eine so international ausgerichtete Großveranstaltung wie die Hannover Messe nur schwer vorstellbar.

So hieß es dann auch in einer Presseerklärung zur Verschiebung, dass die “genannten Maßnahmen von der Deutschen Messe nicht realisierbar sind.” Zudem würde deren Umsetzung dazu führen, dass die störungsfreie Durchführung der Veranstaltung in einem Maße beeinträchtigt wäre, dass der mit der geplanten Ausrichtung angestrebte Veranstaltungszweck weder für die Aussteller, noch für die Besucher nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen erreicht werden könnte. Die Entscheidung für die Terminverschiebung in den 13. bis 17. Juli 2020 erfolgte in den vergangenen Tagen enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Region Hannover, dem Ausstellerbeitrat der Hannover Messe sowie den Partnerverbänden VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie).

Stimmen zur Verschiebung

“Mit dem Termin im Juli bieten wir unseren Ausstellern den frühestmöglichen Zeitpunkt, um ihre Innovationen einem Weltpublikum zu präsentieren und Geschäfte anzubahnen. Angesichts der weltwirtschaftlichen Herausforderungen, die durch das Coronavirus im ersten Halbjahr ausgelöst wurden, bietet der neue Termin erhebliche Chancen. Denn so kann die weltweit wichtigste Industriemesse bereits im Juli frühzeitig wichtige Impulse für die globale Konjunktur setzen.”
Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG

“Der VDMA unterstützt die Entscheidung der Deutschen Messe AG. Angesichts der aktuellen Schwierigkeiten, die durch das Coronavirus verursacht werden, halten wir eine Verschiebung der Hannover Messe in den Juli für richtig. Wir gehen davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Monaten beruhigt und der Maschinenbau dann von einer sich belebenden Geschäftslage profitieren wird.”
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann

“Die heutige Entscheidung der Deutschen Messe AG, die Hannover Messe zu verschieben, ist inhaltlich richtig und kommt zur rechten Zeit. Als international bedeutende Industriemesse lebt sie in besonderer Weise von der Begegnung von Menschen aus aller Welt. Diese kann nur erfolgen, wenn keine Gesundheitsgefahren bestehen. Für die Elektroindustrie ist es wichtig, dem Publikum ihre Produkte für Industrie 4.0, Elektrifizierung und mehr Energieeffizienz nunmehr im Sommer zu präsentieren.”
Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung