Nicht nur die Bahn wird künftig in Richtung 5G rollen. (Bild: Nokia)

Der 5G-Markt ist weder im Consumer-Bereich noch in der Industrie so richtig in Fahrt gekommen – und dennoch schon heiß umkämpft. Das Unternehmen in der Pole-Position erhofft sich, in den kommenden Jahren große Teile vom Netzwerk-Kuchen abzubekommen. Nun macht Nokia auf sich aufmerksam und verkündet den Abschluss des 100. 5G-Vertrags.

Kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Dezember gewann Nokia eine Ausschreibung zum weltweit ersten Standalone-5G-System für den automatisierten Bahnbetrieb in Hamburg. Mit dem Proof-of-Concept soll getestet werden, ob die 5G-Technologie reif genug ist, um als Konnektivitätsschicht für den künftigen, digitalisierten Bahnbetrieb eingesetzt zu werden. Das Projekt stellt noch heute einen frühen und wichtigen Schritt in der Entwicklung des FRMCS-Standards (Future Railway Mobile Communications System) dar, der auf 5G basiert, und schafft die Voraussetzungen für die digitale Transformation des Bahnbetriebs.

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Campusnetze im Fokus

Jetzt, zehn Monate später, veröffentlicht das Unternehmen eine Pressemeldung, die eine Erfolgsbilanz bei 5G-Projekten enthält und der Idee des Campusnetzes für Unternehmen Rückenwind gibt:

  • Im Februar stellte Nokia nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen weltweit 4G- und 5G-Network-Slicing vor, das es Netzbetreibern ermöglicht, ihren Kunden im Ende-zu-Ende-Netz isolierte „Slices“ (virtuelle Netz-“Scheiben“, die auf spezifische Anwendungen zugeschnitten sind), zu liefern.
  • Im April folgte die branchenweit erste Dynamic-Spectrum-Sharing (DSS)-Lösung, die eine gemeinsame Nutzung der Funkfrequenzen von 2G, 3G, 4G und 5G unterstützt.
  • Im Juli kündigte das Unternehmen an, 5 Millionen vorhandene 4G-Funkeinheiten über ein Software-Upgrade auf 5G umstellen zu können, was den Betreibern die Umstellung auf 5G deutlich erleichtert.
  • Nokia brachte nach eigenen Angaben im Juli als erster Netzwerkausrüster 5G-Standalone-Lösungen (5g SA) für Campusnetze auf den Markt.
  • Im August waren die Finnen an der weltweit ersten groß angelegten Einführung von 5G-Standalone bei T-Mobile in den USA beteiligt. Bisher beruhen die weitaus meisten Betreibernetze auf 5G Non-Standalone-Architektur (NSA), bei der zwar 5G funkt, im Kernnetz jedoch noch 4G-Technik arbeitet.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein, über den wir uns sehr freuen. Wir wissen auch, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben und dass der Markt weiterhin hart umkämpft ist. Aber wir sind schnell unterwegs – und diese Erfolge machen deutlich, dass unsere Fortschritte von den Kunden gewürdigt werden. Wir wissen diese anhaltende Unterstützung sehr zu schätzen und sind entschlossen, das Vertrauen zu rechtfertigen.“
Tommi Uitto, President von Mobile Networks, Nokia

100 kommerzielle 5G-Verträge

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, wurden trotz der weltweiten Pandemie im dritten Quartal 17 weitere Verträge im 5G-Bereich abgeschlossen. Damit kann der finnische Netzausrüster nun 100 kommerzielle 5G-Verträge und insgesamt 160 kommerzielle 5G-Engagements – inklusive bezahlter Feldversuche – vorweisen.

Campusnetz-Aufträge wie die eingangs erwähnten von der Deutschen Bahn werden ergänzt von Projekten mit Unternehmen wie Toyota Production Engineering oder Sandvik. Weltweit setzen mehr als 180 Unternehmenskunden auf den Aufbau privater Campusnetze, von denen viele voraussichtlich auf 5G umsteigen werden, wie die Finnen hoffnungsvoll verkünden.