Digitalisierung im Maschinenbau: Livebilder einer Erodiermaschine werden über das Smartphone mit dem Helpdesk und anderen Beteiligten geteilt. (Bild: Vollmer Werke Maschinenfabrik GmbH)

Das Gebot von Reisebeschränkungen und Kontaktsperren in der Corona-Krise wirken wie ein Brandbeschleuniger: Ein Treiber von 5G im Werkzeugmaschinenbereich werden neue Dienstleistungen sein, die den Anwender direkt mit seinem Helpdesk in Kontakt bringen, wie das Beispiel eines Herstellers von Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen.

Viele Unternehmen der Werkzeugmaschinenbranche blicken auf eine lange Historie und Tradition zurück. Das hindert sie aber nicht daran, mit der Digitalisierung Schritt zu halten. So wurde beispielsweise der Spezialist für die Werkzeugbearbeitung Vollmer vor 111 Jahren gegründet. Seit dem vergangenen Jahr erweitern die Maschinenbauer ihre Digitalinitiative „V@dison“.

Unter diesem Namen bündeln die Maschinenbauer digitale Lösungen für Industrie 4.0 und IoT (Internet of Things). Das Ziel ist es, Maschinen effizient zu vernetzen, Industriestandards zu nutzen oder mit Apps die Wartung und Instandhaltung zu optimieren. Erstmals im Frühjahr zeigt Vollmer eine App für Smartphone und Tablet, über die sich Kunden mit dem  Helpdesk online verbinden können. Dank Videofunktion lassen sich Live-Bilder einer Maschine aufnehmen und global mit dem Vollmer-Service-Team austauschen.

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Nachfrage nach 5G-Funktionalitäten

In wie weit der Maschinenbauer hierzu 5G-Technologie vorbereitet, wollte FUENF-G von Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe, wissen.

„Mit Blick auf die Zukunft und die weitere Entwicklung unserer digitalen Produkte und Dienstleistungen ist 5G ein wichtiger Baustein. Generell hilft 5G bessere und schnellere Übertragungsraten zu erreichen, wodurch spannende Use Cases entstehen können. Wir werden uns auch zukünftig flexibel auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bandbreiten bei unseren Kunden einstellen“, erklärt Brand, schränkt aber ein: „Beim Visual Support hat Vollmer ein System ausgewählt, dass auf geringere Bandbreiten ausgelegt ist. Der Grund ist, dass unsere Kunden von großen Konzernen bis hin zu kleineren Schärfbetrieben reichen, dementsprechend variiert auch die technische Ausstattung sowie die Höhe der zur Verfügung stehenden Bandbreite. Für uns ist es daher wichtig, ein System zur Verfügung zu stellen, dass für jeden Kunden attraktiv und nutzerfreundlich ist.“

Wir werden uns auch zukünftig flexibel auf die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bandbreiten bei unseren Kunden einstellen!
Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe

Die momentan angebotenen Funktionalitäten müssen nicht zwingend Funktechnologie nutzen: Über verschlüsselte Video- und Audiokanäle werden Anwender mit den Technikern vernetzt und mit Hilfe eines Livestream teilen sich Helpdesk und Vor-Ort-Team denselben Blick auf das Innenleben einer Schleif- oder Erodiermaschine. Zudem gestattet der ergänzende Remote-Zugriff einen direkten Zugang auf die Maschine. Durch dieses Dienstleistungspaket lassen sich bereits heute Fehler schnell erkennen, Servicetätigkeiten visuell unterstützen und anwendungstechnische Fragen beantworten.

In Echtzeit lässt sich mit Visual Support eine Remote-Desktop-Verbindung oder eine webbasierte Full-HD-Video- und Audiokommunikation aufbauen. Durch diese Apps erschließt sich der Vollmer-Helpdesk einen weiteren Kanal für die direkte Kundenkommunikation und erweitert seine bisherigen Optionen wie E-Mail, Telefon oder auch den persönlichen Vor-Ort-Support.

„Visual Support spart bereits heute nicht nur Reisekosten ein, sondern reduziert auch Wartezeiten und ist einfach per Klick abrufbar. Wir haben uns für oculavis entschieden, da die App im Markt als ausgereiftes und mehrfach ausgezeichnetes System etabliert ist. Die Lösung ist herstellerunabhängig und lässt sich nicht nur auf Smartphones und Tablets installieren, sondern auch über Smart Glasses für ein handfreies Arbeiten nutzen“, wirbt Brand für die digitalen Optionen.