Operation übers Netz: 5G könnte für die Telemedizin den Durchbruch bringen. (Bild: Pexels)

Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden startet mit „5G4Healthcare“ ein mehrjähriges Forschungsprojekt zu 5G in der Medizin. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur BMVI.

Die Medizin kann von 5G profitieren wie kaum ein anderer Bereich: Mit seinen hohen Übertragungsraten und einer im Vergleich zum LTE-Netz deutlich geringeren Latenz bei der Datenübertragung könnte 5G für die Telemedizin den Durchbruch bringen.

Daran glaubt auch die Professur der Ostbayerischen Technischen Hochschule, kurz OTH, Amberg-Weiden, die nun die Förderzusage für ihr Forschungsprojekt „5G4Healthcare“ erhalten hat. Ziel der Forscher ist es, nicht nur im eigenen Landkreis, sondern bundesweit die medizinische Versorgung zu verbessern – vor allem in ländlichen Gegenden: Via 5G-Übertragung in Echtzeit könnten Ärzte beispielsweise den Zustand ihrer Patienten auch aus der Ferne überwachen. Und im Notfall unmittelbar reagieren. Um diese Vorhaben Realität werden zu lassen, erhält die Hochschule vom BMVI eine Förderung von etwa 8,4 Millionen Euro.

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Chirurgische Eingriffe denkbar

Auch im Klinikumfeld bietet 5G entscheidende Chancen: Mit digital vernetzten OP-Räumen und drahtlos laufenden Instrumenten könnten Abläufe im Krankenhaus effizienter gestaltet, und Operationen noch schneller durchgeführt werden. Auch die direkte Zusammenarbeit von Ärzten verschiedener Standorte bei chirurgischen Eingriffen wäre denkbar. Bereits im Februar sorgte die erste Live-OP über ein 5G-Netz auf dem Mobile World Congress MWC in Barcelona für Aufsehen.

Ein weiterer Pluspunkt: Als erster Mobilfunkstandard ermöglicht 5G den Aufbau exklusiver lokaler Campusnetze. Zwar ist ein solches Campusnetz mit dem öffentlichen Mobilfunknetz verbunden, um beispielsweise mit externen Dienstleistern zu kommunizieren, der Zugriff vom öffentlichen Netz auf das Campusnetz ist jedoch nicht möglich. Eine solche sogenannte „Dual Slice Lösung“ könnte besonders im klinischen Umfeld Datensicherheit gewährleisten.

Die OTH Amberg-Weiden will sich bei Ihrer Forschung zunächst auf die Zusammenarbeit von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten fokussieren. Die Auftaktveranstaltung für das Projekt „5G4Healthcare“ ist im Frühjahr 2020 geplant.