Claudia Nemat, Vorstandsmitglied für Technologie und Innovation der Deutschen Telekom, bei der Präsentation des von SKT und DT gemeinsam gebrandeten LTE/5G-Repeaters. (Bild: SK Telecom)

Die Deutsche Telekom und der größte südkoreanische Mobilfunkprovider SK Telecom haben ein Joint Venture gegründet, das 5G-Technik entwickeln soll. Im Fokus stehen Inhouse-Lösungen, wie beispielsweise ein 4G/5G-Router – hier sehen die Partner eine Marktlücke.

Die Zusammenarbeit zwischen SK Telecom (SKT) und Deutscher Telekom (DT), die in den vergangenen zweieinhalb Jahren immer intensiver wurde, erklimmt eine neue Stufe. Nun wollen die beiden Partner ein Joint Venture gründen, das Lösungen für die 5G-Versorgung in Gebäuden entwickelt. Der Hauptstandort soll in Deutschland liegen, jeder Partner hält 50 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens.

Erste Tests erfolgreich

Seit Februar suchte die Deutsche Telekom Tester für 5G/LTE-Dualmode-Repeater, die SK Telecom entwickelt hatte. Mit dem Start des eigenen 5G-Netzes im August begannen die Tests bei Kunden in Berlin, Hamburg, Bonn, Köln, München, Darmstadt, Frankfurt und Leipzig. Ziel war es, die Praxistauglichkeit zu erproben und eventuellen Optimierungsbedarf aufzudecken. Laut Unternehmensangaben habe sich bei gezeigt, dass sowohl Sprach- wie auch Datenkommunikation signifikant verbessert werden konnten.

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Ein Problem von 5G: die höheren Frequenzen, wie das im vergangenen Jahr versteigerte 3,6-GHz-Band, durchdringen Wände und andere Hindernisse schlechter als niedrigere Frequenzen. Daher stellt gerade der Inhouse-Einsatz die Technik vor besondere Herausforderungen. Eine Möglichkeit, den Empfang zu verbessern, sind entsprechende Repeater. Doch für 5G sind solche bislang Mangelware. Durch die kombinierten Stärken von SKT und DT könne das Joint Venture zukünftig eine Vorreiterrolle auf dem Markt einnehmen.

Bild: Deutsche Telekom

Bild: Deutsche Telekom

„Die ersten Rückmeldungen der Kunden zum Produkttest haben den Wert unserer Partnerschaft gezeigt – für uns, aber vor allem für unsere Kunden. Wir werden mit dem Repeater beginnen, aber mit diesem Joint Venture möchten wir noch viel mehr erreichen. Wir wollen für beide Unternehmen in den kommenden Jahren bedeutende Innovationen schaffen.“

Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom

 

Weitere Lösungen im Blick

SKT bringt den LTE/5G-Router in das zu gründende Joint Venture ein. Die Partner kündigten an, in diesem Rahmen die weitere Entwicklung des Devices abzuschließen. Zunächst sollen weitere Lösungen für den europäischen Markt entstehen.

Doch es soll nicht bei einzelnen Devices bleiben, gemeinsame Services im 5G-Ecosystems stehen ebenfalls im Raum. Als mögliche Betätigungsfelder für eine mittel- bis langfristige Zusammenarbeit nennen die beiden Telekom-Riesen die Bereiche Augmented und Virtual-Reality-Dienste, Mobile Edge Computing (MEC) und den App-Markt.

Die Gründung des Joint Ventures unterliegt noch der obligatorischen behördlichen Genehmigung, wird aber voraussichtlich vor Ende des Jahres abgeschlossen sein.