Vergangenheit verbessern und Zukunft gestalten: 5G und die VUCA-Welt (Symbolbild)

Das Kunstwort “VUCA” (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) steht bei der Einführung von 5G-Anwendungen für die Rolle der Menschen, den Umgang mit der Technologie zu einer gemeinsamen Sache zu erklären. Daraus resultiert ein Verhaltenskodex, der den Umgang mit 5G aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, damit das Wollen und das Können im Takt agieren und 5G als Teamwork in der Wertschöpfung aller Partner angesehen wird.

Waltraud Gläser (Organisationsberatung, Sparring, Coaching, Moderation)

Oft steht in unserer Technologie-Kommunikation die Innovation im Fokus, ohne auf den Menschen zu referenzieren, der den Umgang mit den Komponenten und Systemen realisiert. Auf 5G bezogen heißt das, dass die 5G-Technologie als Basis fungiert, um das Versprechen der digitalen Transformation zu verwirklichen. Höchste Anforderungen an die drahtlose Konnektivität mit einem radikal erhöhten Niveau an garantierter Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistung sind damit kombiniert.

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Was das allerdings für die Menschen im Unternehmen – von der Geschäftsführung über das Management bis hin zum Mitarbeiter in der Produktion – bedeutet, ist zwar die Erfahrung im Umgang mit der Technologie, die kaum Erwähnung findet. VUCA beschreibt das Phänomen, wie die einzelnen Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität einen Kontextbezug zur Arbeitsumwelt schaffen, wobei persönliche Werte, Rollen und Zuständigkeiten diese genannten Faktoren unterschiedlich beeinflussen. 

„Erfahrungswissen in Zeiten von digitaler Transformation ist wertvoll und gehört geteilt. Insgesamt geht es genau darum, vorhandenes Wissen und gemachte Erfahrungen abzugleichen. Und zwar mit dem, was eine sinnstiftende und nutzenbringende Technologisierung braucht. Hier treffen sich Change und Transformation, hier wird Vergangenheit verbessert und Zukunft gestaltet.“

In Kombination mit einer Technologie wie 5G verändert sich die Wahrnehmung und Bewertung der Dinge, denn es tritt eine Wechselwirkung ein, die es zu überprüfen gilt, inwiefern eine Veränderung notwendig wird – und auch gewollt wird. Sofern man selbst einen persönlichen Bezug und vor allem einen Nutzen aus dieser Veränderung ableiten kann, wird man sich dieser Entwicklung stellen. Je nach Menschentyp und Technikverständnis sieht man die VUCA-Phänomene und deren unmittelbaren Signale für eine proaktive Veränderung. Es braucht also ein gewisses Verständnis von innovativen Technologien und ein Bewusstsein darüber, welchen Nutzen sie stiften, aber auch, ob man selbst in der Lage ist, diese zu beherrschen. Laut Waltraud Gläser, die dazu Organisationsberatung, Sparring, Coaching und Moderation gibt, sind das die wesentlichen Elemente von Kohärenz, die wir Menschen benötigen, um beispielsweise auch gesund zu bleiben (s. Kohärenzmodell aus der Salutogenese nach Aaron Antonovsky).

Der Mensch und 5G

Im Unternehmen tragen Geschäftsführung und Management die Hauptverantwortung für passende Rahmenbedingungen der Mitarbeitenden, so dass sie ihren Möglichkeiten entsprechend einen erfolgreichen Beitrag zur Wertschöpfung leisten können. Das funktioniert am besten unter Wahrung der genannten Aspekte von Sinnhaftigkeit, Verständlichkeit und Machbarkeit für die Implementierung von 5G.  

Konkret bedeutet das, für alle Beteiligten offenzulegen, was die 5G-Technologie mit ihren Auswirkungen bedeutet und an Veränderung bringen wird, aber eben auch aufzuzeigen, welcher Nutzen damit einhergeht. Je weniger Verständnis und Transparenz vorhanden sind, desto mehr sind Vorbehalten und Angst Tür und Tor geöffnet. Zudem empfiehlt Frau Gläser für alle Entscheider und Führungskräfte ein Prinzip von Change Management zu beherzigen: nämlich Betroffene zu Beteiligten zu machen. Zumal das viel besser die Chancen nutzen lässt, Motivation und Innovation zu säen.

Das Können und Wollen einer 5G-Implementierung hängt unmittelbar zusammen. Zunächst braucht die Lösung eines komplexen Problems das Können und das Wissen. Beim Wollen hingegen braucht man konkrete Bedingungen für die eigene Person, die abhängig ist von der Betroffenheit. Berührt mich die technologischen Disruption? Ist das Lernen der Prozess, um Interesse, Neugier und Spaß an 5G zu haben?

5G und die VUCA-Welt…

… ist ein Duett komplett, gerade weil Menschen diese drahtlose Konnektivität formen, testen und zur Akzeptanz bringen. Bei dieser Herausforderung tragen alle Beteiligten die Verantwortung, denn Veränderungsmanagement sollte alle begeistern, motivieren und mitnehmen. Nur so wird “5G” zur gemeinsamen Sache, die ein klassisches Silo-Denken auflöst und damit Unternehmensstrukturen oft neu definiert.

Als Orientierungspunkt gelten die eigenen Werte. Wenn es mir wichtig ist, informiert zu bleiben, verbunden zu sein, Teilhabe auszuüben, mitzugestalten, dann begrüße ich alle neuen Spielräume, die sich durch 5G ergeben und noch denkbar sind. Technologie und deren Möglichkeiten sind ein Mittel zum Zweck, das den persönlichen Werten bei eben der genannten Betroffenheit mehr Relevanz zuordnet, als man anfangs gedacht hat.

Für die Gesellschaft, die Vernetzung untereinander und die Bedürfnisse in der Konnektivität ist 5G eine Logik, die das Miteinander beispielsweise bei New Work verändern wird. Die Geschichte zeigt, dass das Industriezeitalter von der Wissensökonomie abgelöst wurde, der wiederum die sogenannte Kreativökonomie folgt. Jedes Zeitalter hat seine konkreten Merkmale und Disruptionen, die wiederum immer durch Not, Neugier und Mut ausgelöst wurden. Das ist die Welt, in der wir leben und VUCA beschreibt exakt diese Phänomene. Womit sich der Kreis wieder schließt. So wird aus Volatilität Vision, aus Unsicherheit Verständnis (vom englischen Understanding), aus Komplexität Klarheit und aus der Ambiguität Agilität und Anpassungsfähigkeit.

Video: 5 Fragen zu 5G: Waltraud Gläser erklärt die VUCA-Welt