Die 5G-Standorte von Vodafone zum Netzstart im Sommer 2019 (Bild: Vodafone)

Das Rennen um das erste öffentliche 5G-Netz in Deutschland hat Vodafone für sich entschieden: 25  Antennenstandorte sind bereits aktiviert, ab dem 17. Juli können die Kunden hier den schnellen Datenfunk nutzen. Zum Start verlangt der Provider 5 Euro Aufpreis auf die meisten Red- und Young-Verträge, in den Spitzentarifen ist die 5G-Option kostenlos.

Hamburg und München, Köln und Dortmund, aber auch Hesel und Mellenthin, Hattstedt und Seehausen am Staffelsee – bunt gemischt ist die Liste der 19 Orte, in denen Vodafone fünf Wochen nach dem Ende der Frequenzauktion 5G-Mobilfunk an 25 Antennenstandorten anbietet. Die Hauptstadt Berlin ist – noch – nicht dabei, diese folgt zusammen mit weiteren 20 Orten im August. Dafür werden weitere Sendeanlagen aktiviert, so dass dann 120 Antennen an mehr als 50 Standorten mit 5G senden.

Man befinde sich derzeit noch im Experimentierstadium, erklärte Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter, in dem es gelte, Erfahrungen bezüglich der Kundenwünsche und technischer Fragen beim Rollout zu sammeln. Aus diesem Grund seien auch kleinere Städte zum Start mit dabei.

„Wir wollen mit den ersten 5G-Stationen noch besser verstehen, wie und wo unsere Kunden 5G tatsächlich nutzen, um den Ausbau noch besser an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen.“ – Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter

Netzabdeckung auch für Industrie und Sportstätten

Die Netzabdeckung ist allerdings noch begrenzt auf wenige 100 Meter rund um diese Standorte. Die genannten Städte und Gemeinden sind also bei weitem nicht flächendeckend versorgt. In Köln etwa ist es die Umgebung des Messegeländes, die zuvorderst in den Genuss des schnellen Mobilfunks kommt – rechtzeitig zur diesjährigen Gamescom. Insgesamt rechnet Vodafone mit rund 500.000 Menschen, die im Einzugsbereich der ersten 5G-Zellen wohnen. Mit der Aufschaltung weiterer Standorte werden bis Ende März 2020 je 25 Städte und Gemeinden sowie 10 Industrieparks versorgt, kündigte der Provider an. Zum Jahresende 2020 sollen rund 10 Millionen Menschen, bis Ende 2021 sogar 20 Millionen Menschen erreicht werden.

Anders als bei bisherigen Mobilfunkgenerationen sollen laut Vodafone aber vorrangig nicht nur Wohngebiete abgedeckt werden, sondern auch Gewerbe- und Industriegebiete sowie weitere Orte, die hohes Datenaufkommen erwarten lassen. Bis zum Beginn der Bundesliga-Saison wird beispielsweise die Volkswagen-Arena in Wolfsburg mit 5G ausgestattet. Über eine gemeinsam mit der Deutschen Fußball-Liga entwickelten App will Vodafone so den Zuschauern live im Stadion Zusatzinformationen zum laufenden Spiel bieten. Weitere Stadien werden folgen.

In diesen Orten ist das 5G-Netz von Vodafone bereits aktiv:

  • Aldenhoven
  • Altenberge
  • Birgland
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Hamburg
  • Hattstedt
  • Hesel
  • Karlsruhe
  • Köln
  • Lohmar
  • Mellenthin
  • München
  • Ratingen
  • Rielasingen-Worblingen
  • Seehausen am Staffelsee
  • Wedemark
  • Westhausen
  • Würselen

In diesen Orten startet das 5G-Netz von Vodafone im August:

  • Berlin
  • Bernau bei Berlin
  • Bremen
  • Chemnitz
  • Darmstadt
  • Dresden
  • Eicklingen
  • Eppertshausen
  • Erfurt
  • Frankfurt am Main
  • Harbke
  • Leipzig
  • Leuna
  • Lüdersdorf
  • Mülheim an der Ruhr
  • Neukirchen/Erzgebirge
  • Offenbach am Main
  • Rothenstein
  • Solingen
  • Stuttgart
  • Wilsdruff

5G als Tarifoption zubuchbar

Privatkunden mit Red- und Young-Tarifen sowie Geschäftskunden mit Verträgen der Kategorien Red Business+ und Red Business Prime können 5G ab sofort als Option für 5 Euro pro Monat zubuchen. Prepaid-Tarife sind dagegen von der 5G-Nutzung ausgenommen. Mit dem Tarifmodell Young S (für Kunden bis 27 Jahre, Datenvolumen 2 GB) kostet der Einstieg in 5G im ersten Jahr 15 Euro pro Monat, danach 28 Euro. In den Tarifen Young XL und  Red XL sowie bei Red Business Prime Unlimited, Red Business XL+ und Vodafone Black Business+ ist der Zugang zum 5G-Netz automatisch kostenlos enthalten. An den jeweiligen Datenvolumen der hierzulande gebuchten Verträge ändert sich dabei nichts.

In Großbritannien, wo Vodafone sein 5G-Netz bereits zwei Wochen früher gestartet war, bietet der Mobilfunkkonzern spezielle 5G-Tarife an, die keinerlei Datenlimits enthalten. Dennoch gibt es drei unterschiedliche Tarifstufen. Diese orientieren sich an der bereitgestellten Bandbreite (2 Mbit/s / 10 Mbit/s / unbegrenzt). Im Laufe des Sommers soll für britische Kunden zudem das Roaming für Deutschland, Italien und Spanien aktiviert werden.

Drei Geräte zum Start

Pünktlich zum Einstieg vertreibt Vodafone das Huawei Mate 20 X 5G als passendes Endgerät (Kaufpreis 1 Euro bei Zuzahlung von 30 Euro pro Monat). Als zweite Option folgt in Kürze das Samsung Galaxy S10 5G (Kaufpreis 180 Euro bei Zuzahlung von 30 Euro pro Monat).

Als kabellosen DSL-Ersatz für Zuhause oder das Büro bietet Vodafone zudem den Gigacube 5G an, der ab dem 18. Juli erhältlich ist. Er wird zu einem Preis von 350 Euro plus monatlicher Zuzahlung von 3 Euro angeboten und liefert zunächst 500 Mbit/s, später 1 Gbit/s. Die Datentarife für den 5G-Router liegen zwischen 25 Euro bei einem Volumen von 30 GB pro Monat und 45 Euro für 250 GB pro Monat.

Und was machen die anderen?

Die Deutsche Telekom hatte kürzlich ebenfalls die Vermarktung seines 5G-Netzes gestartet. Nutzen können es die Kunden allerdings noch nicht – die ersten Standorte sollen aber in den kommenden Wochen live gehen. Telefónica, hierzulande mit der Marke Overtreten, hat sich noch nicht zu einem 5G-Start geäußert.

Und 1&1 Drillisch, der vierte erfolgreiche Bieter der diesjährigen 5G-Frequenzauktion, hat bislang noch keine eigene Netzinfrastruktur. Die Tochter von United Internet war bislang ausschließlich als Reseller tätig, vor allem von Telefónica-Kapazitäten. Nach Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Ralph Dommermuth von Anfang des Jahres erwartet das Unternehmen allerdings, dass es in dieser Rolle auch Zugriff auf das 5G-Netz der O2-Mutter bekommt.