Sechste und siebte Woche – die Routine geht weiter, der Nervenkitzel bleibt: Wer setzt dem Spektakel ein Ende?  (Bilder: Pixabay / GDJ, geralt; Komposition: H. Jacob)

Wie eine Reise nach Jerusalem: Die aktuelle Versteigerung von Mobilfunk-Frequenzen in Deutschland geht immer weiter. Bleiben Sie auf dem Laufenden!

An dieser Stelle finden Sie täglich neu die Updates der sechsten und siebten Auktionswoche.

Update 30.04.2019: Auktion macht fünf Tage Urlaub

Inhaltlich hat sich auch heute nichts ungewöhnliches getan – acht Runden nach dem bekannten Muster wurden an diesem (verkürzten) Auktionstag abgeschlossen. 5,61 Milliarden Euro, 17,4 Millionen mehr als am Vortag, lautet die Gesamtsumme der Gebote nun.

Anzeige
-

Damit ist die aktuelle Woche bereits beendet: Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, wird die Frequenzversteigerung erst am Montag, 6.5.2019, um 8:00 Uhr fortgesetzt.

Update 29.04.2019: Teilnehmer halten an Strategie fest

Die erste Tag der neuen – inzwischen siebten – Versteigerungswoche zeigt: es bleibt bei der seit 70 Runden bewährten Routine, jeweils auf den günstigsten Block der Wettbewerber zu bieten. Die einzig spannende Frage im Moment ist, wer diesem Drama ein Ende bereitet.

Mit Runde 256 wurde heute eine markante Grenze überschritten: Der Preis der Frequenzen pro Megahertz und pro Kopf der Einwohner ist jetzt auf über 16 Cent gestiegen. Zum Vergleich: In der Schweiz lag dieser Wert bei 4,7 Cent, in Österreich bei 5 Cent, in Finnland bei 6 Cent. Sogar in Südkorea, wo angesichts der geringeren Fläche – bei doppelt so hoher Bevölkerungsdichte – der Ausbau vergleichsweise günstiger ist als hierzulande, lag der Frequenzpreis nur bei 15 Cent. Für Sascha Lobo nur einer von mehreren Aspekten für ein weiteres „Start-Ziel-Debakel“ in der deutschen Digital-Politik, wie er in seiner aktuellen Spiegel-Kolumne schreibt.

Am Ende des heutigen Tages stand bei Runde 262 wieder einmal eine Frequenzverteilung, die schon häufiger erreicht worden war: 120 MHz für die Telekom, 130 MHz für Vodafone, 90 MHz für Telefónica und 80 MHz für Drillisch. Da sich die Telekom in dieser Konstellation offensichtlich im Hintertreffen sieht, hatte sie in der Vergangenheit stets wieder aufgestockt und damit die Auktion am Leben gehalten – genau wie alle anderen Wettbewerber, die nicht hinter die genannten Ergebnisse zurückstecken wollen.

Die Prognose für das Ende der Woche zeigt ebenfalls wieder diese Konstellation, dann bei 5,65 Milliarden Euro. Heute lag die Gebotssumme noch bei fast 5,6 Milliarden Euro, gegenüber der vorigen Woche eine Steigerung um rund 21,5 Millionen. Das sind zugleich  knapp 3,3 Milliarden mehr als in Runde 110, in der diese Verteilung zum ersten mal erreicht worden war (danach auch in Runde 112 und 114), und immer noch 271 Millionen mehr als in Runde 200, seit der im derzeitigen 1-Block-Poker immer wieder diese Verteilung aufgetreten ist.

Übrigens: Falls bei den Auktionsteilnehmern Interesse besteht, kann ich Ihnen gerne eine detaillierte Hochrechnung des weiteren Auktionsverlaufs für einen beliebigen Zeitraum erstellen. Sie erreichen mich unter harry@fuenf-g.de.

Update 26.04.2019: Keine besonderen Vorkommnisse

Das Geduldsspiel hat sich genau so entwickelt wie erwartet: Die Auktionsteilnehmer sind ihrer Strategie vollkommen treu geblieben, so dass exakt das gestern prognostizierte Ergebnis in Runde 252 erzielt wurde. Nach wie vor gibt es keinerlei Anzeichen, dass einer der Teilnehmer bereit ist zurückzustecken. Dementsprechend ist auch kommende Woche eine Wiederholung der letzten 60 Runden zu erwarten.

Mit einer Gebotssumme von 5,57 Milliarden Euro geht die Auktion nach acht Runden ins Wochenende. Gegenüber dem Vortag ist dies eine Steigerung um 17,1 Millionen Euro.

Update 25.04.2019: Weiterhin Business as usual

Auch heute geht es genauso weiter wie in den vergangenen Tagen – der jeweils billigste abstrakte Block im 3,6-GHz-Band wechselte den Besitzer. Wieder 12 Millionen Euro mehr für den Finanzminister, Endstand heute 5,55 Milliarden Euro.

Bleibt es auch morgen dabei, verabschiedet sich die Auktion Freitagnachmittag mit Runde 252 bei einem Stand von 5,57 Milliarden Euro ins Wochenende. Wobei nur zweimal Telefónica von Block-Verlusten betroffen sein wird, Drillisch garnicht, dafür aber regelmäßig Vodafone und Telekom.

Update 24.04.2019: Will Telefónica Drillisch doch noch rausschubsen?

Auch an diesem Tag nahm die Auktion zunächst den gewohnten Verlauf: Drillisch, in der gestrigen Schlussrunde ins Hintertreffen geraten, griff in der Eröffnungsrunde 225 nach dem günstigsten Block und wurde bei Vodafone fündig. Dort hielt man sich ebenfalls an die bewährte Strategie und bediente sich bei der Telekom. Doch in dieser 226. Runde geschah noch viel mehr: Telefónica startete einen massiven Angriff auf Drillisch und stockte die eigene Bandbreite auf 140 MHz auf, so dass dem Newcomer nur noch drei Blöcke verblieben. Die hätten es den anderen beiden Providern ermöglicht, ebenfalls auf jeweils 140 MHz aufzustocken und damit Parität herzustellen – wenn man gemeinsam Drillisch ausbootet.

Doch sowohl Vodafone als auch die momentan „unterversorgte“ Telekom hielten in Runde 227 still. Drillisch demonstrierte, dass die Kasse noch lange nicht leer ist und holte sich die fünf verlorenen Blöcke von Telefónica zurück. Zusätzlich zum normalen Aufschlag von rund zwei Prozent, der bei jedem neuen Gebot fällig wird, setzte der Newcomer noch einmal 20 Millionen Euro bei jedem Block obendrauf – auch auf den einzigen verbliebenen 3,6-GHz-Block. Drillisch Bietersumme erhöhte sich dadurch mit einem Schlag um knapp 132 Millionen Euro, sorgte aber erst einmal für Ruhe am Rest des Tages. Und ab Runde 228 zeigte sich, dass die anderen beiden Provider dem Signal von Telefónica nicht folgen wollten. Stattdessen ging es wieder weiter mit der „Reise nach Jerusalem“: Wem kann man den „billigsten Stuhl“ unterm Hintern wegziehen?

Insgesamt gingen die Gebote heute um knapp 162 Millionen auf über 5,5 Milliarden Euro nach oben, zum größten Teil auf Kosten von Drillisch. Dessen Blöcke sind inzwischen so teuer, dass sie in den kommenden Tagen kaum in Gefahr kommen dürften – außer einer der Wettbewerber startet erneut einen gezielten Angriff.

Update 23.04.2019: Das Katz- und Maus-Spiel geht weiter

Fast die gesamte vergangene Woche war davon geprägt, dass jeweils nur ein Block pro Runde den Besitzer wechselte. Über weite Strecken war jeweils der günstigste Block der Wettbewerber das Ziel der Begierde. In der letzten Runde der Vorwoche wurde dieses Prinzip zwar durchbrochen. Doch heute setzen die Bieter wieder konsequent auf diese Strategie.

Im Moment liegt der Schwarze Peter wieder einmal bei Drillisch: Statt der gewünschten 80 MHz Bandbreite sind derzeit nur 70 MHz erreicht. Die aktuelle Verteilung stimmt damit exakt mit der des vorangegangenen Bietertages überein. In den sechs Runden, die an diesem verkürzten Bietertag durchgespielt wurden, wurde also keinerlei Veränderung erreicht. Jedoch stieg die Gesamtsumme der Gebote um 12,4 Millionen an, auf 5,37 Milliarden Euro.

Nach wie vor gibt es keine Hinweise darauf, dass einer der Auktionsteilnehmer die Geduld verlieren oder an finanzielle Grenzen stoßen würde. Lediglich die Politik macht sich immer lauter Sorgen: die Zeche zahlen müssen schließlich am Ende die Verbraucher. Und so wird schon über die nächste Auktion diskutiert, obwohl – oder gerade weil – noch kein Ende der laufenden Versteigerung abzusehen ist.

Weitere Infos zur Frequenzauktion:

Hier finden Sie die Updates der fünften Woche.

Hier finden Sie die Updates der vierten Woche.

Hier finden Sie die Updates der dritten Woche.

Hier finden Sie die Updates der ersten und zweite Woche sowie grundsätzliche Informationen zur Auktion.